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2010 Gewalt hinter Gittern: Gefangenenmisshandlungen in der DDRGedenkstätte Hohenschönhausen und BautzenMisshandlungen in DDR-Gefängnissen sind ein bisher kaum öffentlich aufgearbeiteter und systematisch dokumentierter Bereich des Haftalltags. Mit der Wanderausstellung "Gewalt hinter Gittern - Gefangenenmisshandlungen in der DDR" wollen die Gedenkstätten Berlin-Hohenschönhausen und Bautzen diesen vernachlässigten Aspekt des DDR-Unterdrückungsapparates für die breite Öffentlichkeit und insbesondere für Schüler und Jugendliche zugänglich machen. Die Ausstellung erzählt die Geschichten von zehn Opfern der systematischen und gewaltsamen Unterdrückung von persönlicher Freiheit, aber auch die Täter werden benannt und die Probleme des demokratischen Rechtsstaates bei der Aufarbeitung erläutert. Flure und unendliche Türreihen bestimmen das Bild in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Bei der Entwicklung des bildnerischen Zugriffs haben uns besonders diese Gänge und Flure im Gefängnis- wie im Verhörtrakt emotional bewegt. Hinter jeder Tür haben sich in räumlicher Enge Schicksale entschieden, wurde Unrecht getan, wurden Menschen misshandelt. Für uns ging und geht es darum, diese Türen zu öffnen, Geschichte zu öffnen und emotional verstehbar zu machen. Der authentische Ort alleine gibt allerdings die Geschichten nicht mehr her. Er macht allenfalls die Beklemmung und die Hoffnungslosigkeit in den Zellen und den Verhörbüros deutlich, die den Besuchern entgegenkommen, wenn sie die Türen öffnen. Gesammelt wurden diese Geschichten an anderen Orten als Fälle in Archiven und Aktenkammern und in den Köpfen der Betroffenen. Hier ist das Wissen noch abrufbar und nicht nur zur Architektur geworden. Wir gehen bildnerisch von einem Archiv aus. Ein Archiv, das geschlossen ein Gefängnis für die Geschichten und persönlichen Schicksale ist, aber geöffnet werden kann, wie die Türen in den Gängen der DDR-Gefängnisse. Bei der räumlichen Übertragung der Erzählung stellen wir daher die Öffnung dieser Erfassungsstellen von persönlichen Schicksalen in den Mittelpunkt. Mit dem Raumbild eines "Rollarchivs" als Körper für die Aufnahme der Ausstellungsinhalte lassen wir die Besucher "selbst" Geschichte wieder "aufrollen". Dabei müssen sie sich aber immer Gewahr sein, dass das Rad auch wieder zurückgedreht werden kann und der Gang, die Öffnung, sich wieder schließt. Es bedarf immer einer Anstrengung, Geschichte geöffnet zu halten. Dies sollen gerade die Jugendlichen aus dem Ausstellungsbesuch mitnehmen. id3d-berlin themengestaltung arbeitet am Konzept mit, entwickelt die Dramaturgie und die räumliche Gestaltung der Wanderausstellung, erstellt die Ausstellungsgrafik, realisiert die A/V-Medien und übernimmt die Produktion sowie die Objekteinrichtung. Mitarbeit am Konzept Dramaturgie Gestaltung Ausstellungsgrafik A/V-Medien Produktion Objekteinrichtung |
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